Tipps für das erste Beratungsgespräch

Du hat die Entscheidung getroffen, dich sterilisieren lassen, aber keine unserer Anlaufstellen ist in deiner Nähe? Dann kannst du natürlich auf eigene Faust versuchen, eine gynäkologische Praxis zu finden, die Sterilisationen bei Menschen mit Uterus anbietet. Dabei langt es oft – leider – nicht, von der eigenen Entscheidung überzeugt zu sein. Hier kommen Tipps und Tricks gegen das Herzklopfen vor dem ersten Beratungsgespräch von unserer Followerin Daniela!

Planung ist die halbe Miete

Wild drauf los zu telefonieren und zufällig Ärzt*innen abzuklappern, wird höchstwahrscheinlich in Frust enden. Finde darum schon vor der ersten Kontaktaufnahme heraus, ob eine Praxis Sterilisationen überhaupt anbietet. Das geht etwa über:

  • die interne Vereinsliste, die über E-Mail angefragt werden kann
  • die jeweilige Praxis-Website
  • Jameda – ein deutschlandweites Bewertungsportal für Ärzt*innen
  • Online-Foren wie Brigitte oder Reddit
  • im persönlichen Umfeld fragen

Infos sind das A und O

Eigentlich sollte in einem Beratungsgespräch umfassend über den Eingriff aufgeklärt werden. Aber leider berichten uns immer wieder Menschen davon, dass die Ärzt*innen mit möglichen Nebenwirkungen übertreiben und Sterilisationsmythen reproduzieren. Um dir keinen Bären aufbinden zu lassen, musst du vor dem Gespräch selbst recherchieren:

  • wie der Eingriff abläuft
  • über Fachbegriffe und mögliche Komplikationen
  • über die rechtliche Situation
  • welche Kosten auf dich warten

Einen Überblick dazu findest du in unseren FAQ, aber auch Wikipedia und vor allem Medizinforen werden dir weiterhelfen. Außerdem solltest du dir bewusst sein, was deine persönlichen Gründe für die Sterilisation sind und sie frei erzählen können.

Einen Termin, bitte!

Der erste Kontakt steht an – jedenfalls mit den medizinischen Fachangestellten per Anruf oder E-Mail. Meist ist es geschickter, allgemein um ein Informationsgespräch über Verhütung, statt um ein Beratungsgespräch für eine Sterilisation zu bitten. Denn die Menschen am Desk wissen manchmal nicht, welche Operationen in der Praxis vorgenommen werden, oder sind nicht über das praxisinterne Mindestalter informiert. Verzichte auf Rechtfertigungen, unnötige Informationen und persönliche Leidensgeschichten! Bestehe auf einen Termin zum Gespräch – aber bleibe immer freundlich.

Endlich: das Beratungsgespräch

Orientiere dich für das Gespräch an einem Vorstellungsgespräch für einen Job: Achte auf gepflegte Kleidung und versuche Tattoos und Piercings – falls möglich – zu bedecken. Gehe alleine in die Sprechstunde – dann kann das Wort auch nicht über deinen Kopf hinweg an deine Begleitperson gerichtet werden. Dein Spickzettel mit Argumenten als Gedankenstütze kann dir ein sicheres Gefühl geben, aber versuch so frei wie möglich zu sprechen. Stelle "schlaue" Fragen, etwa welche OP-Methode angewandt wird – die Basics kennst du zu diesem Zeitpunkt schließlich schon. Und bleibe kritisch gegenüber dem, was der Arzt oder die Ärztin sagt. Teilweise haben auch sie falsche Informationen, vor allem was den Mythos angeht, sie könnten wegen Sterilisationen verklagt werden.

Gib nicht auf!

Letztendlich darfst du aber nicht vergessen: Die beste Vorbereitung bringt nichts, wenn dein Gegenüber dem Thema Sterilisationen (unter einer gewissen Altersgrenze) nichts abgewinnen kann. Mach dich also nicht fertig, wenn du an deiner Anlaufstelle nicht direkt Erfolg hast, und erweitere deinen Suchradius. Und wenn du jemanden überzeugen konntest, erwähn gern gleich unseren Verein und die Karte und schreib uns, bei wem du sterilisiert wirst – damit unsere Karte weiter wachsen kann!


Dieser Blogpost ist eine Zusammenfassung des Vortrags unseres dritten virtuellen Stammtischs mit dem Thema Tipps für das erste Vorgespräch. Die PDF-Datei zum Vortrag kann hier heruntergeladen werden.

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